Auftraggeber: DSI, Devlet Su İşleri Genel Müdürlüğü, Generaldirektion der staatlichen Wasserkraftwerke
Bauzeit: 02.2002 – 12.2009
Standort: Ermenek
Land: Türkei
Gesamtprojekt
Das Kraftwerk Ermenek ist oberhalb der Kraftwerke Kayrektepe (geplant) und Gezende (in Betrieb) das dritte und größte Projekt der Gruppe. Die 210 m hohe Staumauer staut den Fluss auf, das Reservoir hat einen Inhalt von 4.600 Mio. m³. Das Einzugsgebiet umfasst rund 2.300 km². Die Krone der Staumauer liegt auf 700 m Seehöhe. Die Kraftwerksanlage Das durch die Sperre aufgestaute Wasser aus dem Stausee mit einem Einlaufbauwerk in ca. 660 m Höhe entnommen und über einen rund 8 km langen Triebwasserstollen, einen 600 m langen flachen Schrägschacht sowie einer 500 m langen Flachstrecke ins Krafthaus geleitet. Dieses Krafthaus wird oberirdisch seitlich des Erik-Flusses auf 350 m Seehöhe errichtet. Die maximale Fallhöhe beträgt somit rd. 350 m. Das Kraftwerk wird mit 2 Francisturbinen mit einer Leistung von je 160 MW bestückt, die jährliche Energiegewinnung ist mit 1.100 GWh berechnet. Der Seitenbach Erik wird mit einer Bachfassung in 834 m Höhe gefasst und über einen 4 km langen Beileitungsstollen zum Triebwasserstollen Ermenek geleitet. Das Potential des größeren Höhenunterschiedes wird in einem kleinen Kavernenkraftwerk mit 2 Turbinen à 3,4 MW abgearbeitet. Die Staumauer Mit einer Höhe von 210 m und nur 123 m Kronenlänge wird die extreme Schlucht mit einem Betonvolumen von nur 270.000 m³ abgeriegelt. Der Fluss wird während der Bauzeit mittels zweier Tunnel mit 6,5 m Durchmesser umgeleitet. Diese Flussumleitung wird ebenso wie die Staumauer mit ihrem Grundablass und dem Stollensystem für den Injektionsschirm von der türkischen Firma BM hergestellt.
Ermenek Druckstollen
Der 8 km lange Stollen wird von der Unterwasserseite aus über einen Zugangsstollen mit einer Tunnelbohrmaschine, Durchmesser 6,6 m, aufgefahren. Geologisch werden hierbei im wesentlichen Kalke und Sandsteine angetroffen. In zwei Bereichen sind Flyschzonen mit je einer markanten Störung zu durchörtern. Die erste Flyschzone befindet sich im Anfangsbereich des Vortriebs. Der zweite Bereich, der als problematisch eingestuft wird, liegt bei Vortriebskilometer 7. Weitere geologische Untersuchungen werden angestellt, um zu entscheiden, ob dieser Bereich vorweg mittels eines Fensterstollens konventionell aufgefahren werden soll. Der Triebwasserstollen ist am unteren Ende mit einem Wasserschloss ausgestattet, das als 140 m hoher Schacht mit 10 m Durchmesser ausgebildet wird. Unmittelbar hinter dem Wasserschloss ist eine Schieberkammer, in der ein Absperrorgan installiert wird, angeordnet. Diese Schieberkammer ist über den Zugangsstollen, über den auch der Triebwasserstollen aufgefahren wird, erreichbar. Der Triebwasserweg findet nach der Schieberkammer in einem 600 m langen mit 50 % Neigung relativ flachen Schrägschacht seine Fortsetzung und wird nach einem 500 m langen Flachstück bei der Ausmündung zum Krafthaus seinen Abschluss. Geologisch soll dieser letzte Abschnitt fast zur Gänze im Kalk liegen. Oberhalb und unterhalb des Schachtes wurden Flyschbereiche angenommen, die aber nicht bis zum Schacht reichen sollten. Der Triebwasserweg wird vom Einlaufbauwerk bis zum Wasserschloss zur Gänze mit Beton mit einem Innendurchmesser von 5,6 m ausgekleidet, der Schrägschacht und der untere Horizontal-teil erhalten eine innenliegende Stahlpanzerung.
Erik Druckstollen
Diese Arbeiten und umfassen eine Bachfassung, die in Form eines 24 m hohen Wehrs ausgebildet wird. Im Wehr sind eine Überlaufrinne, ein Grundablass und das Triebwasser-Einlaufbauwerk angeordnet. Der Druckstollen hat eine Länge von 4.150 m und einen Durchmesser von 3 m innen bzw. 4 m außen. Auch dieser Stollen wird von der Unterwasserseite her mit einer Tunnelbohrmaschine aufgefahren. Am Ende des Stollens geht die Triebwasserführung in einen 180 m hohen gepanzerten Schacht über. Oberhalb dieses Schachtes ist ein oberirdisches Wasserschloss an-geordert. Vom Schachtfuß führt ein gepanzerter Horizontalstollen zum 33 m langen und 15 m breiten Kavernenkrafthaus, das über einen Zugangsstollen erreichbar ist. Das abgearbeitete Wasser wird in einen Verbindungstunnel in die Schieberkammer geleitet und dort dem Triebwasser Ermenek zugeführt.
Ermenek Krafthaus
Das Krafthaus wird als oberirdisches Bauwerk errichtet. Die Ausmaße des Krafthauses betragen 56 m Länge, 32 m Breite und 41 m Höhe Ein Unterwasserkanal bildet die Verbindung zum Ermenek-Fluss, der in diesem Bereich erheblich eingetieft wird
Technische Daten
Energiewirtschaftliche Angaben zum Stausee
Einzugsgebiet: 2.304 km²
mittl. Zufluss: 42,3 m³/s
Stauseefläche: 61 km²
Stauziel: < 699 m
Absenkziel: 660 m
max. Fallhöhe: 350 m
Jährlicher Zufluss: 1.332 Mio m³
Gesamtinhalt: 4.582 Mio. m³
Nutzinhalt: 1.747 Mio. m³
Nennleistung: 2 x 151 MW
Stromerzeugung: 1.014 GWh/a
Generatorenart: Francisturbine









