Auftraggeber: Bundesaltlastensanierungs G.m.b.H. (BALSA)
Bauzeit: 08.2008 – 08.2009
Standort: Korneuburg, Niederösterreich
Land: Österreich
1927 wurde am Gelände der heutigen Altlast eine Mineralölraffinerie errichtet, die bis zu ihrer Schließung im Jahr 1961 von verschiedenen Unternehmen betrieben wurde. Im Betriebszeitraum der Raffinerie (1927 – 1960), insbesondere durch Kriegseinwirkungen, gelangten bedeutende Mengen Mineralöl und Mineralölprodukte in den Untergrund. Die ARGE Tuttendorfer Breite wurde mit der Sanierung der Altlast mittels eines Funnel- and Gate Systems beauftragt.
Dieses System beinhaltet eine teilweise Umschließung des Standortes mittels einer ca. 1.200m langen Einphasendichtwand, um die Ausbreitung umweltrelevanter Emissionen wirksam zu unterbinden. Darüber hinaus wird mit passiv durchströmten Filterelementen, die in Teilabschnitten der Dichtwand integriert werden, das durchströmende Grundwasser mittels Aktivkohlefiltern von schädlichen Inhaltsstoffen aus der Altlast gereinigt. Durch die Anordnung der Dichtwand wird das Grundwasser ohne die Anordnung von Pumpen den Gates zugeleitet. Die Filterelemente werden mit Hilfe von Bohrungen hergestellt. Nach Erstellung der Bohrschablonen werden jeweils 3 Primärbohrungen mit einem Durchmesser von 2,2m abgeteuft. Anschließend werden die Gate-Elemente in den Primärbohrungen eingebaut und in Durchströmungsrichtung mit Filterkies, bzw. in Querrichtung mit Dichtwandmaterial verfüllt. Danach werden die Sekundärbohrungen abgeteuft und mit Dichtwandmaterial verfüllt. Der Aktivkohlefilter in den Gate-Elementen selbst ist ca. 7,00m hoch und wird im einer Gesamtstärke von ca. 1,00m von Siebplatten begrenzt, wobei der gesamte Raum in 3 Sektionen geteilt wird – ca. 0,2m/0,30m/0,50m von innen nach außen gesehen, damit der Filterkörper mit den höchsten Beladungsraten getrennt getauscht werden kann.
Für eine genaue Kenntnis der Eigenschaften des Baugrundes, insbesondere des Einbindehorizontes, werden Aufschlußarbeiten vor der Errichtung der Dichtwand mittels entsprechender Erkundungsbohrungen ausgeführt. Um einen Ausgleich des Grundwasserspiegels im Hochwasserfall zu gewährleisten wird die Dichtwand durch Hydroventile unterbrochen. Weiters werden in der Sanierungsfläche große Schachtbrunnen angeordnet. Im Hochwasserfall kann mit Einhaltung einer gewissen Vorwarnzeit innerhalb der Altlast in ausgewählten Brunnen ein künstliches Grundwasserspiegelgefälle erzeugt werden. Trifft die Hochwasserwelle nun zeitversetzt bei der Altlast ein, werden die durch Packer verschlossenen Hydroventile geöffnet und das Wasser fließt durch die Hydroventile und Gates, dem künstlich erzeugten Gefälle folgend, in die Altlast hinein. Zusätzlich werden im Zuge der Sanierung noch Maßnahmen zur Absaugung der Ölphase und ein Grundwasser-Beweissicherungssystem ausgeführt.
Technische Daten
Bohrmeter Kampfmittelsondierung: 8.000
Dichtwand: 16.000 m²
Gates (Filterelemente): 7 Stk.
Hydroventile – Hochwasserausgleich: 8
Abtrag und Entsorgung: 100.000 to
Verfuhr, interne Verfuhr und Wiedereinbau: 60.000 m³
Filterkieseinbau: 30.000 to
Betrieb der Behandlungsanlage auf 10 Jahre










