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Crashbox für die Sicherheit
19.06.2012
Crashbox für die Sicherheit
Mit den heute auf Baustellen eingesetzten High-Tech Schutzhelmen hatte der 1919 vom kalifornischen Unternehmen Bullard patentierte „Hard Boiled® Hat“ nur wenig gemeinsam. Er bestand aus Leinen, Klebstoff, einer Lederkrempe und schwarzer Farbe.

Den Namen erhielt der „Hard Boiled® Hat“ wegen seines Herstellungsverfahrens mit Dampf. Gegründet 1898 in San Francisco, verkaufte die Firma Bullard ursprünglich Ausrüstung für Minenarbeiter. Bei der Arbeit unter Tage trugen die Arbeiter damals nur eine weiche Kopfbedeckung (Melone, engl. derby), ähnlich einer Baseballkappe, die mit einer schmalen Krempe aus Leder oder Schellack ausgestattet war.

E.W. Bullard, der Sohn des Firmengründers, war daran interessiert, die Sicherheit der Arbeiter zu verbessern und begann mit der Entwicklung eines Helms, der die Leute von herabfallenden Gegenständen schützen konnte. Die Basis für diese Entwicklung war der „doughboy“, ein Helm, den Bullard als Soldat im ersten Weltkrieg getragen hatte. Nun wurden Schutzhelme nicht mehr ausschließlich für militärische Zwecke eingesetzt, sondern auch zum Schutz der Arbeiter.

75 Jahre Golden Gate Bridge – die erste Baustelle mit Schutzhelmen
Der Chefingenieur der Golden Gate Bridge, Joseph B. Strauss, und E.W. Bullard hatten eine gemeinsame Vision: Der Arbeitsplatz sollte eine sichere Umgebung für die Arbeiter werden – schließlich wurden beim Bau der damals längsten Hängebrücke der Welt rund 887.000 Tonnen Stahl und 600.000 Nieten in teils großen Höhen verbaut. Ein Problem dabei waren herabfallende Materialteile, die schwere Verletzungen verursachen konnten. Das veranlasste Bullard, den Minenhelm zu einem langlebigen Industrieschutzhelm weiter zu entwickeln. Beim Bau der Golden Gate Bridge in den 1930er Jahren wurden Schutzhelme erstmalig flächendeckend eingesetzt.

Schutzhelme gehören zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) jedes Arbeiters
Heute sind Schutzhelme eine Selbstverständlichkeit auf jeder Baustelle geworden. In den Labors von ENHA, einem im deutschen Saarland ansässigen Hersteller für Schutzhelme, wird ständig an der Weiterentwicklung von Sicherheitsfunktionen getüftelt.

Derzeit arbeiten die Entwicklungstechniker an Helmen mit integrierter Crashbox. Die Helme sind doppelwandig und weisen zwischen den Wänden Elemente auf, die möglichst umfassend zerstört werden sollen. Konventionelle Helme verfügen im Dachbereich lediglich über eine Verstärkung der Wandstärke auf bis zu 5-6 mm. „Dagegen ist die Funktionsweise der Crashbox ähnlich der einer Knautschzone einer Fahrzeugkarosserie“ berichtet Joe Engelhard, Geschäftsführer und Entwicklungsleiter bei ENHA. „Der Helm besteht im Dachbereich aus zwei Schalen, dazwischen befinden sich Zylinder und Pins, die sich im Falle eines Aufpralls ineinander schrauben und so die Energieeinwirkung auf den Kopf des Trägers dezimieren“ beschreibt Engelhard die weltweit erstmals eingesetzte Technologie. Von der Beaufschlagungsenergie soll möglichst viel absorbiert und nicht wie bei konventionellen Helmen weitestgehend ungebremst an die Innenausstattung weitergeleitet werden. So können Verletzungen möglichst gering gehalten werden.

Höchst effizientes Sicherheitsfeatures bei der Innenausstattung
Weiter wurde eine neue Helmschale gestaltet, deren Hauptaufgabe die Reduzierung von Beaufschlagungsenergie bei gleichzeitiger Gewichtsoptimierung war. Wie im Kfz-Bereich ist das Ziel nicht eine nach dem Unfall oder Aufschlag möglichst unversehrte Karosserie vorzufinden, sondern die gezielte und gewollte Verformung bzw. sogar Zerstörung des Helms. Je vollständiger das passiert, umso niedriger ist die auf den Kopf des Trägers einwirkende Kraft.

Zusätzlich wurde noch eine spezielle Innenausstattung (DeFormaTec™) entwickelt, die im Falle eines heftigeren Aufschlags auf den Helm die Beaufschlagungsenergie zusätzlich reduziert. Diese spezielle Innenausstattung stellt ein höchst effizientes und in vielen Vergleichsmessungen nachgewiesenes Sicherheitsfeature dar.

Sorgfältige Überprüfung von Schutzhelmen
Nur alleine durch das Tragen von Helmen können bereits viele Unfälle vermieden werden. Laut Unfallstatistik für das Bauwesen aus dem Jahr 2011 (AUVA – Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) sind die häufigsten Kopfverletzungen Wunden und oberflächliche Verletzungen (75%), die zweithäufigsten Frakturen (10%). Besonders kleine, aus großer Höhe fallende Objekte stellen eine Gefahr dar, der mit einem Schutzhelm wirksam begegnet werden kann.

In Europa werden Schutzhelme laut DIN EN 397 geprüft. Schutzhelme gehören zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) jeden Arbeiters und müssen vom Arbeitgeber gestellt werden. Sie sind unverzichtbar für Bau, Gewerbe und Industrie und schützen vor herabfallenden, umfallenden, fortschleudernden, pendelnden und wegfliegenden Gegenständen, die eine Gefahr darstellen können.

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