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ALPINE Bau GmbH
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Österreich auf der EXPO 2010
28.05.2010
Österreich auf der EXPO 2010
Am 1. Mai 2010 wurde die größte EXPO aller Zeiten in Shanghai eröffnet. Der von ALPINE errichtete österreichische Pavillon gehört zu den architektonischen und technologischen Glanzstücken der Weltausstellung.

Nun wurde sie endlich eröffnet: Die Weltausstellung der Superlative. China hat keine Kosten und Mühen gescheut, um mit der EXPO im eigenen Land alle Rekorde zu brechen und lädt unter dem Motto „Better City, Better Life“ die ganze Welt in seine wichtigste Wirtschaftsmetropole ein. Kaum ein Land auf dem Erdball hat diese Einladung ausgeschlagen: Selbst die USA, die auf Privatsponsoren ausweichen musste, da die Finanzierung von EXPO-Pavillons durch öffentliche Gelder gesetzlich verboten ist, und Nordkorea sind vertreten und feiern damit ihr Weltausstellungs-Debüt.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und EXPO-Regierungskommissär Hannes Androsch haben den österreichischen Pavillon eröffnet, der eine Visitenkarte für Österreichs High-Tech-Leistungsfähigkeit darstellt und von der chinesischen Tochtergesellschaft von ALPINE – Alpine Mayreder Construction Co. Ltd. – als Generalunternehmer errichtet wurde. Form und Funktionalität des Gebäudes sind visionär, baulich und technologisch hat man hier auf dem allerneuesten Stand gearbeitet. Finanziert wurde das Projekt zu drei Vierteln vom Wirtschaftsministerium (BMWFJ) und zu einem Viertel von der Wirtschaftskammer Österreich.

Allein der architektonische Entwurf der Architekturbüros SPAN und Zeytinoglu Architects ist zukunftsweisend. In dem biomorphen Baukörper mit seinen fließenden Strukturen findet sich auf 2.000 m² kaum eine geradlinige Form. Die Architektur basiert auf einer komplexen Software, die in dieser Form weltweit erstmals zum Einsatz kam, und das Verhalten von Schall im Raum simuliert. Was so organisch wirkt, geht auf komplizierte mathematische Berechnungen zurück. Dabei ging es in der Planung nicht nur um Design, sondern auch um Funktionalität: Der geschwungene Raum unterstützt das Fließen des Besucherstromes durch das Gebäude.

Ebenfalls minutiös berechnet werden musste die dreidimensional gekrümmte Außenhülle des Pavillons. Das gesamte Gebäude ist von einer schimmernden Porzellanhaut überzogen. Für diesen Effekt wurden ca. 5 Millionen chinesische Fliesen, die in Weiß- und Rottönen changieren, nach einem exakt errechneten Plan aufgebracht. Nur so konnte erreicht werden, dass die Verkleidung der komplex gekrümmten Fläche nahtlos wirkt, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

Die Umsetzung des anspruchsvollen architektonischen Konzeptes hat ALPINE mit innovativer Technik und modernstem Know-how gemeistert. Alle baulichen Elemente der Stahlkonstruktion, der Fassaden-Unterkonstruktion und der Fassadenhaut mussten vorab in 3D Modellen dargestellt werden, um sicher zu stellen, dass die einzelnen Bauelemente exakt ineinanderpassen und das Gesamtbild der Fassade wie geplant hergestellt werden konnte. Für die Erstellung der Hauptfassade an der Südseite – dem „showpiece“ des Pavillons – wurde alle 60cm ein Schnitt durch die Fassade erarbeitet, der den Handwerkern vor Ort die notwendigen Maße und Details für die Ausführung lieferte. Die gesamte Fassade wurde derart vor Ort erstellt, nichts wurde vorgefertigt.
Das futuristisch anmutende Interieur und die extravaganten Stützenverkleidungen im Restaurant stellen ein weiteres Highlight des Pavillons dar. Sie wurden mit speziellen elektronisch gesteuerten CNC-Maschinen aus EPS (Expandiertes Polystyrol) in Österreich hergestellt. Die Oberfläche wurde mit einer Polymerschicht versehen und mit einer Hochglanzlackierung endbehandelt. Die bis zu 6m langen Möbelstücke wurden schließlich in Einzelteilen verpackt, verschifft und nach Eintreffen zusammengebaut und installiert.

Für die Entwicklung und Installierung des Multimediasystems war ALPINE ebenfalls verantwortlich und hat sich damit einer echten Herausforderung gestellt. Österreich präsentiert sich auf der EXPO 2010 multimedial und interaktiv. Unter dem Motto „Sinne im Gleichklang“ erwartet den Besucher eine Fülle an Sinneseindrücken, die Virtualität und Realität zu einem umfassenden Gesamterlebnis zusammenführen. Wände, Böden und Decke werden mit hochauflösenden Bildern bespielt. Im gesamten Innenraum installierte Sensoren und Kameras registrieren jede Bewegung und steuern interaktiv die virtuellen Welten in vier verschiedenen Erlebniszonen. Dabei führt der Weg den Besucher durch die Hochgebirgswelt der Alpen und eine frische Waldlandschaft, vorbei an einem Bachbett und einem See, hinein in den urbanen Lebensraum Wien. Die Umgebung lädt dabei dazu ein, selbst aktiv zu werden, interaktiv einzugreifen oder Informationen durch Berührung abzurufen.

Der technische Aufwand für dieses effektvolle Gesamterlebnis ist enorm und wurde in enger Zusammenarbeit mit einem renommierten österreichischen Multi Media Unternehmen umgesetzt. Im Technik-Center des Pavillons stehen 7 Server, im Gebäude wurden 73 Projektoren installiert. Der Einbau der Projektoren in Decken und Wände – kein Projektor ist von außen sichtbar – erforderte einen immensen Koordinationsaufwand mit den laufenden Bauarbeiten, insbesondere durch die beengten Platzverhältnisse. Um die abgespielten Bilder an den fließenden Raum anzupassen, wurden eigene Tools entwickelt, die für die Entzerrung der abgespielten Clips sorgen. Die Übergänge zwischen zwei Projektionen wurden pixelgenau justiert. Hochwertige Mehrkanal-Tonsysteme liefern Effekte im Surround-Sound und liefern dem Besucher auch akustisches Feedback.

Neben allen baulichen und technischen Herausforderungen, die es zu bewältigen galt, war die Errichtung und Ausstattung des österreichischen Pavillons auch eine logistische Meisterleistung. Strenge Sicherheitsvorkehrungen und Zugangskontrollen für Personal und Material, die komplizierte und zeitaufwändige Import-Abwicklung durch einen von der EXPO nominierten Spediteur und umfassende EXPO-spezifische Vorschriften erforderten die Bildung eigener Teams, die ausschließlich mit der Bewältigung dieser Anforderungen betraut waren.

Angesichts all der Herausforderungen, die der Bau des österreichischen EXPO-Pavillons an ALPINE gestellt hat, darf die zeitgerechte Fertigstellung zur vollen Zufriedenheit des Kunden als eine bemerkenswerte Leistung bezeichnet werden. Und die Arbeit hat sich gelohnt: Im – natürlich inoffiziellen – Ranking der schönsten Pavillons ist Österreich unter den ersten fünf.

[Mit PicLens anzeigen]
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