Sport ist zum Massenphänomen, zur Eventindustrie – und damit zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden. In den Industrieländern trägt er im Schnitt rund zwei Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. In Österreich werden mehr als 7 % des Bruttoinlandsproduktes über den Sport erwirtschaftet. In Deutschland steuert allein der Profi-Fußball 0,2 % zum BIP bei. Hunderttausende Arbeitsplätze stehen direkt oder indirekt mit dem Thema Sport in Verbindung. Von der Wirtschaftkrise bleibt die Branche eher unbehelligt – für die nächsten Jahre kann erneut ein kräftiges Wachstum erwartet werden.
Sport lässt aber nicht nur Geldströme fließen, er bringt auch darüber hinaus einiges in Bewegung. Es ist unbestritten, dass sich die Geschwindigkeit der soziokulturellen Entwicklung einer Stadt, eines Landes oder einer Region etwa durch sportliche Großereignisse erhöhen lässt. Derzeit blickt etwa ganz Afrika gen Süden und hofft, dass die Wirkung der Fußball-Weltmeisterschaft über die Landesgrenzen Südafrikas hinausreichen wird.
Dort hat die WM bereits eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur – und damit einen langfristigen Nutzen – mit sich gebracht. So wurde etwa ein groß angelegtes Programm zur Modernisierung und Erweiterung der Strominfrastruktur des Landes in Angriff genommen. Telekommunikations- und Transportnetzwerke wurde massiv ausgebaut. Pünktlich zur WM wurde die erste Hochgeschwindigkeitszugstrecke in Afrika eröffnet.
Sportliche Sehenswürdigkeiten
Zehn südafrikanischen Metropolen haben durch den Neu- und Umbau der WM-Stadien neue Wahrzeichen erhalten. Die Sportarenen haben das Gesicht der WM deutlich geprägt. Modernstes Design, High-Tech und die kulturelle Tradition der Region wurden hier sinnvoll zusammengebracht. So erinnert etwa das größte Stadion Afrikas – die Soccer City in Johannesburg – von außen an das traditionell afrikanische Trinkgefäß, die Kalebasse. Auch andernorts sind Stadionbauten zu bekannten Symbolen und architektonischen Sehenswürdigkeiten geworden, man denke etwa an das Bird’s Nest in Beijing oder die Allianz Arena in München.
Die Allianz Arena, von ALPINE zwischen 2002 und 2005 errichtet, ist mittlerweile zur Pilgerstätte für Fußball- und Architektur-Fans geworden. Die Fassade, die unter Verwendung hochinnovativer Technologien hergestellt wurde, hat sich zu einer Attraktion entwickelt, die das Fußball- und das Fachpublikum gleichermaßen begeistert. Sie besteht aus knapp 3000 Luftkissen aus nur 0,2 mm dünner Folie und kann durch 4.000 speziell entwickelte Sonderleuchten in Rot, Blau und Weiß beleuchtet werden. Die Membranen sind selbstreinigend, werden ständig belüftet und wiegen nur ein 30stel so viel wie Glas.
Österreich spielt international mit
Heimische Unternehmen spielen in der internationalen Sport-Liga ganz vorne mit. Produkte und Know-how aus Österreich sind in der Sport- und Event-Industrie äußerst gefragt. So besteht die auffällige Fassade der Soccer City Johannesburg etwa aus Salzburger Glasfaserbetonplatten. Die Vorarlberger Doppelmayr Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Seilbahnen und hat Seilbahnsysteme in über 80 Ländern realisiert. Und an der Errichtung und Modernisierung von Skigebieten in der Türkei und in Afrika sind gleich mehrere österreichische Unternehmen beteiligt.
ALPINE gehört im Bereich Stadionbau ebenfalls zur Weltspitze. Neben der Errichtung der Allianz Arena, gehört zum Beispiel der Bau des Dubai Cricket Stadions zu Prestigeprojekten des Unternehmens. Anlässlich der Fußball-EM 2008 wurden die Red Bull Arena in Salzburg und das Tivoli-Stadion in Innsbruck von ALPINE in ARGE um- und das Wörthersee-Stadion in Klagenfurt neu gebaut. Für die Austragung der EURO 2012, die in Polen und der Ukraine stattfinden wird, entstehen derzeit spektakuläre neue Stadien in Danzig und Warschau.
Nachhaltigkeit im Stadionbau
Einer neuen Herausforderung stellt sich ALPINE mit dem Bau des neuen Fußballstadions für St. Pölten. Hier werden neue Maßstäbe im Bereich Nachhaltigkeit gesetzt, das Stadion soll das umweltfreundlichste Österreichs werden und sich durch eine hohe Energieeffizienz auszeichnen. Als ökologischer, nachwachsender Baustoff findet Holz dabei großzügig Verwendung – der optische Eindruck des Entwurfs ist durch die hölzerne Dachkonstruktion geprägt – und soll eine familienfreundliche Atmosphäre schaffen.
Geplant sind etwa 8.000 Sitzplätze sowie fünf VIP-Logen mit einem Business-Club für über 800 Ehrengäste. Darüber hinaus wird es ein Restaurant mit Fan-Shop und einen eigenen Kindergarten geben. Im Frühjahr 2011 werden die Bauarbeiten, nach erfolgter Umweltverträglichkeitsprüfung, beginnen. Die Fertigstellung ist für 2012 geplant. Der Auftragswert des Projektes beläuft sich auf 18,3 Mio. Euro netto.
Visualisierungen Stadion St. Pölten:
Headerfoto: Allianz Arena München






