Dort wo bald die teuerste Immobilie Österreichs verkauft wird, stießen 1948 Kanalarbeiter 1,70 Meter unter der Fahrbahn auf einen harten 15 cm dicken Fussboden aus Kalk und Ziegelsplittern – einem unsagbaren archäologischen Schatz. Dort wo Passanten flanierten, diente lange eine unscheinbare Blechplatte im Boden und eine darunterliegende steile Treppe als Einstieg zu den römischen Ruinen. Heute kann die von der Entstehung der Stadt Wien zeugende Fundstätte über einen Abgang im Römermuseum am Hohen Markt betreten werden.
Tribut an Persönlichkeiten der Wiener Geschichte
Geschichtlich hat der Hohe Markt jedoch noch mehr zu bieten. Jedes Wiener Schulkind kennt die „Ankeruhr“, deren Namen sich vom Sitz der ehemaligen ANKER Versicherung ableitet. Sie gilt als einer der bedeutendsten Werke des Jugendstils und verbindet die beiden Teile des Ankerhofes am Hohen Markt 10-11 und 12 mit einer Spannweite von über 10 Metern. Den Gestaltungsauftrag erhielt der damals populäre Maler und Bildhauer Franz von Matsch. Eine Besonderheit ist, dass die 60 Minuten nicht über einen Kreis, sondern über eine horizontale Wegstrecke verteilt sind.
Die 12 “Stundenregenten” – zwölf Nachbildungen berühmter Persönlichkeiten der Wiener Geschichte, zum Beispiel Karl der Große oder Maria Theresia – durchlaufen innerhalb von zwölf Stunden das vier Meter große Ziffernblatt. Begleitet wird das Auftreten der bis zu 2.80 Meter großen Kupferfiguren von für die jeweilige Epoche typischen Musik. Um 12 Uhr paradieren alle Figuren gemeinsam zu einer Haydn-Melodie.
Baustelle und Touristenattraktion auf wenigen Quadratmetern
„Bis zu 200 Touristen bestaunen das Spektakel um die Mittagszeit“ berichten HAZET-Projektleiter Leopold Bogner, der für die Sanierung des Hauses am Hohen Markt Nummer 12 verantwortlich ist. „Deshalb durfte die wertvolle Uhr während der Bauarbeiten nicht eingehaust, sondern lediglich mit einem Schutzdach versehen werden“ so Bogner weiter. In den engen Innenstadtgassen wurde der Kran deshalb hinter der Touristenattraktion aufgestellt, der Aufbau fand in zwei aufeinanderfolgenden Nächten zwischen 23 Uhr und 5 Uhr früh statt. Das ehemalige Gebäude der Helvetia-Versicherung aus dem Jahr 1911 wird total entkernt, nur die tragenden Wände bleiben erhalten. Der Dachumbau gestaltet sich sehr aufwändig – um den strengen Auflagen der Baubehörde gerecht zu werden, wird nach und nach je ein Viertel des Daches abgebrochen und wieder neu aufgebaut. So wird gewährleistet , dass die Gebäudehöhe nach dem Umbau exakt dieselbe ist.
Absoluter Luxus mit 360 Grad Rundblick
Da das Gebäude die umliegenden Häuser um zwei Stockwerke überragt, ist ein unverbaubarer 360 Grad Blick über die Wiener City gewährleistet – die im Dachgeschoss entstehenden Penthäuser zählen zur absoluten Luxuskategorie. Alle Wohnungen werden über einen Spa-Bereich verfügen, der Lift fährt in die eigenen vier Wände und per Smartphone kann wahlweise der Kamin befeuert oder die Klimaanlage hochgefahren werden.
Das schicke Wohnhaus mit nobler Adresse wird den klingenden Namen „Palais Principe“ tragen, der sich wahrscheinlich von der „Via Principalis“ in Vindobona ableitet, wo schon die römischen Legionäre ihre Dampfbäder genossen.
Links:











